Wieviele Geothermieanlagen gibt es bereits in Bayern und in Deutschland?

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Die tiefe Geothermie ist ihren Kinderschuhen längst entwachsen. In ganz Deutschland sind mittlerweile 37 Geothermieanlagen in Betrieb, sie verfügen über eine maximale Leistung von 335 MWth und 40,5 MWel [1].

Alleine in Bayern sind derzeit 23 Anlagen in Betrieb. 87 % der elektrischen Leistung und sogar 94 % der thermischen Leistung aller Geothermieanlagen Deutschlands sind hier installiert. Die Bayerischen Geothermieanlagen nutzen zur Wärmegewinnung Tiefenwasser aus dem Reservoir des Oberjuras, einer Kalksteinformation, die von von der schwäbisch-fränkischen Alb im Norden unter die Alpen nach Süden abtaucht. Durch die nach Süden immer tiefer liegenden Gesteine nimmt auch die Temperatur im Reservoir des Oberjuras nach Süden zu. Die tiefste Bohrung erreicht in Holzkirchen 5.079 Meter mit einer Temperatur von 155 °C.

 

22 der 23 bayerischen Anlagen befinden sich dabei in Oberbayern und eine in Niederbayern. Von den oberbayerischen Anlagen produzieren

                    •14 ausschließlich Wärme, maximale Temperatur bis 123 °C,

                    •2 Strom (Wärmeauskopplung in Planung), maximale Temperatur bis 141 °C und 

                    •6 Wärme und Strom, maximale Temperatur bis 155 °C.

Gemeinsam verfügen die bayerischen Anlagen über 315,23 MW Wärmeleistung (das entspricht dem Wärmebedarf von circa 125.000 Haushalten*) und 32,7 MW Stromleistung (das entspricht dem Strombedarf von circa 80.000 Haushalten**). Im Jahr 2018 wurden damit circa 1 TWh Wärmeenergie und 110.645 MWh Strom produziert [1].

Zwei Anlagen befinden sich darüber hinaus momentan im Bau (Garching an der Alz, Heizkraftwerk Süd München). Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2020 geplant. Weitere Anlagen sind im Süden von München und im Landkreis Traunstein in Planung. Das Projekt Rupertiwinkel will noch 2020 mit den Bohrarbeiten beginnen. In Nußdorf-Litzlwalchen und Taching am See sind weitere Projekte geplant.

 
* Berechnungen auf Basis des gemittelten Jahreswärmeverbrauchs eines Bayerischen Durchschnittshaushalts von vier Personen von 20.500 kWh und durchschnittlich 8000 Volllaststunden pro Anlage.
** Berechnungen auf Basis des gemittelten Jahresstromverbrauchs eines Bayerischen Durchschnittshaushalts von vier Personen von 3.200 kWh und durchschnittlich 8000 Volllaststunden pro Anlage.

 

Quellen:

[1] Betreiberumfrage Praxisforum Geothermie.Bayern 2019

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