Geothermie und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) - wie hängt das zusammen?

Sie sind hier

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine zentrale Säule der Energiewende.

In diesem Zusammenhang wurde ein erfolgreiches Instrument zur Förderung des Stroms aus erneuerbaren Energien konzipiert: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches erstmals im Jahr 2000 in Kraft trat und das seit 1991 gültige Stromeinspeisungsgesetz ersetzte. Die Grundidee war ein Einspeisevorrang für Strom aus regenerativen Energien und dessen garantierte Vergütung - in der Regel über 20 Jahre. Für die unterschiedlichen Erzeugungsformen aus Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie legte das EEG jeweils Vergütungssätze für die Einspeisung fest [1].

Vergütung

Das Gesetz wurde seit seiner Einführung stetig weiterentwickelt (EEG 2004, EEG 2009, EEG 2012, PV-Novelle, EEG 2014, EEG 2017) [2], wobei die Einspeisevergütung für fast alle regenerativen Energieerzeugungsanlagen sank und sich nur für Strom aus Geothermie erhöht. Im Jahr 2004 betrug die Einspeisevergütung 15 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Mit der Erhöhung der Vergütung auf 25 ct/kWh im Jahr 2009 setzte ein Turbo im Geothermiesektor ein und bis 2018 vervielfachte sich die elektrische Leistung von 3 MWel auf 40,5 MWel [3].

Die Vergütung für Strom aus Geothermie beträgt derzeit 25,20 ct/kWh (§48 EEG). Aufgrund einer im EEG verankerten Degression verringert sich dieser Wert jährlich um 5 Prozent gegenüber dem jeweils im vorangegangenen Kalenderjahr geltenden Wert (§26 Abs. 1 Nr. 2 EEG, §27 Abs. 2 EEG). Im aktuellen EEG wurden diese Fristen auf 2021 verlängert [4].

EEG-Umlage

Die EEG-Umlage soll den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanzieren. Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen. Sie ist Teil des Strompreises. Ausnahmen gibt es für energieintensive Betriebe.

Die Höhe der EEG-Umlage wird durch die Übertragungsnetzbetreiber festgelegt und beträgt für das Jahr 2020: 6,756 ct/kWh.

Der Anteil der Geothermie darin beträgt 0,14 %. Umgerechnet fallen somit 0,0095 ct/kWh der bezahlten Umlage für die Geothermie an [5]. Bei einem Zuwachs von drei weiteren Geothermiekraftwerken mit einer angenommenen Stromproduktion von circa 10-15 MWel, steigt der Anteil an der Umlage von 0,0095 auf 0,019 ct/kWh (0,14 auf 0,28 %).

Positiver Nebeneffekt des EEG für die Wärmeproduktion

Durch seine Förderung von grundlastfähigem Strom ist das EEG im Wesentlichen auch für die positive Entwicklung der geothermalen Wärmeproduktion verantwortlich. Seit der Erhöhung der EEG-Vergütung auf 25 ct/kWh für Strom aus Geothermiekraftwerken hat sich auch die installierte Wärmeleistung auf 335 MWh verdreifacht.

Das EEG dient Geothermiekraftwerken als Unterstützung für die ersten Jahre nach Inbetriebnahme beziehungsweise für das „Sommerloch“, in dem keine Wärme verkauft werden kann. Für die meisten kombinierten Geothermieanlagen wird die Anfangsinvestition über das EEG refinanziert, da sofort finanzielle Rückflüsse generiert werden, während das Fernwärmenetz ausgebaut wird und die thermische Leistung zunimmt. Durch die kombinierte Nutzung konnten auch jene Wärmeprojekte realisiert werden, deren Finanzierung sonst nicht gesichert gewesen wäre.

Neben anderen Faktoren ist das EEG daher sowohl ein wichtiges Instrument zum Ausbau des Geothermiesektors als auch zur Förderung der Wärmewende.

Quellen:

[1] www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuer...
[2] www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Dossier
[3] Enerchange
[4] Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017: §45 Geothermie
[5] www.netztransparenz.de/EEG/EEG-Umlagen-Uebersicht

Über uns

Enerchange GmbH & Co. KG

Tizianstr. 96
80638 München